Jetzt kommt die liebe …
Kategorie: Weihnachtsgedichte
Jetzt kommt die liebe Weihnachtszeit,
Autor: Paul Piepenbrick (weihnachtsgruesse.online)
und leise Freude macht sich breit
bei allen Leuten groß und klein;
bald wird es wieder Weihnacht sein.
Adventskranz, Kerzen, bunte Bänder,
und dann noch ein Adventskalender
verkürzen uns die langen Tage
und geben Antwort auf die Frage:
"Wie lange dauert es noch? Wann
Kommt endlich denn der Weihnachtsmann?"
Dann ruft die Mama: "Kommt, wir wollen
jetzt Plätzchen backen und auch Stollen!"
Gleich dürfen wir den Teig probieren
Und später das Gebäck verzieren.
Mit Papa gehen wir dann bald
In den verschneiten Winterwald
Und holen einen Weihnachtsbaum.
Der ist so schön, man glaubt es kaum.
Wir schmücken ihn mit roten Kerzen,
mit bunten Kugeln und mit Herzen,
und Silbersternen auf den Spitzen.
Ganz oben muss ein Engel sitzen.
Wir hören Weihnachtsglocken klingen
Und fangen leise an zu singen.
Und unter'm Weihnachtsbaum, da liegen
Geschenke, die wir Kinder kriegen.
Sie glänzen dort in bunter Pracht –
Der Weihnachtsmann hat sie gebracht.
- Ausführliche Interpretation des Gedichts
- Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?
- Ist das Gedicht zeitgemäß?
- Für welchen Anlass eignet sich das Gedicht?
- Für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?
- Für wen eignet sich das Gedicht weniger?
Ausführliche Interpretation des Gedichts
Das Gedicht "Jetzt kommt die liebe Weihnachtszeit" von Paul Piepenbrick entfaltet ein klassisches, detailreiches Bild der Vorweihnachtszeit aus kindlicher Perspektive. Es folgt einer klaren, chronologischen Erzählstruktur, die den Weg bis zum Heiligen Abend nachzeichnet. Beginnend mit der allgemeinen Vorfreude ("leise Freude macht sich breit") führt es den Leser durch typische Rituale: Der Adventskranz und der Kalender dienen als Zeitmesser und beantworten die drängende Kinderfrage nach der Ankunft des Weihnachtsmanns. Die anschließenden Aktivitäten wie Plätzchenbacken und der Waldspaziergang zum Baumholen sind nicht nur Handlungen, sondern symbolisieren familiären Zusammenhalt und das gemeinsame Schaffen von Weihnachtsmagie.
Die Beschreibung des geschmückten Baumes wirkt wie eine liebevolle Inventur traditioneller Dekoration – rote Kerzen, bunte Kugeln, Herzen und Silbersterne. Die Engelsspitze krönt das Werk sowohl bildlich als auch spirituell. Der Höhepunkt liegt im gemeinsamen Singen und im finalen Glanz der Geschenke unter dem Baum, die unmittelbar dem Weihnachtsmann zugeschrieben werden. Das Gedicht verzichtet bewusst auf Komplexität oder Zwiespalt. Es ist eine harmonische Feier der sinnlichen Erfahrungen (Glöckchen klingen, Teig probieren, bunte Pracht) und etablierter Bräuche, die Generationen verbinden. Die einfache, gereimte Form unterstützt dabei den einlullenden, vertrauten und heimeligen Charakter.
Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?
Das Gedicht erzeugt eine durchweg warme, nostagische und geborgene Stimmung. Es ist von ungetrübter Vorfreude und kindlicher Begeisterung geprägt. Begriffe wie "liebe Weihnachtszeit", "leise Freude" und "man glaubt es kaum" setzen einen Ton freudiger Erwartung und staunender Verwunderung. Die Aufzählung vertrauter Symbole wie Adventskranz, Kerzen und Plätzchenteig weckt bei den meisten Lesern eigene, positive Erinnerungen und ein Gefühl der Vertrautheit.
Die Stimmung ist aktiv und einladend ("Kommt, wir wollen"), aber nie hektisch. Sie vermittelt das sichere Gefühl eines festen, freudigen Ablaufs, in dem alles seinen schönen Platz hat. Die finale Szene mit dem Glockenklang, dem gemeinsamen Gesang und den glänzenden Geschenken rundet das emotionale Bild mit einem Gefühl der Erfüllung und besinnlichen Ruhe ab. Insgesamt transportiert das Werk ein idealisiertes, friedvolles Weihnachtsbild, das Sehnsucht nach Harmonie und traditioneller Gemütlichkeit stillt.
Ist das Gedicht zeitgemäß?
Absolut. Trotz seines traditionellen Zuschnitts wirft das Gedicht implizit Fragen auf, die heute hochrelevant sind. In einer Zeit der Hektik und des kommerziellen Überfluts erinnert es an die einfachen, zwischenmenschlichen Kernelemente des Festes: gemeinsame Zeit mit der Familie, selbstgemachte Dinge (Plätzchen, Baum schmücken) und das bewusste Erleben von Ritualen, die die Wartezeit strukturieren und verschönern.
Die kindliche Perspektive fordert den erwachsenen Leser indirekt auf, die Welt wieder mit diesen staunenden Augen zu sehen und sich auf das Wesentliche zu besinnen. Moderne Parallelen lassen sich leicht ziehen: Das "Adventskalender"-Prinzip der täglichen kleinen Freude ist heute beliebter denn je, und der Wunsch nach einem Gang in den "verschneiten Winterwald" spiegelt die Sehnsucht nach Naturerlebnis und Entschleunigung wider. Das Gedicht bestätigt, dass die Sehnsucht nach Geborgenheit, Tradition und vorfreudiger Gemeinschaft zeitlos ist.
Für welchen Anlass eignet sich das Gedicht?
Das Gedicht ist ein vielseitiger Begleiter durch die gesamte Adventszeit. Perfekt eignet es sich zum Vorlesen in der Familie in den Wochen vor Weihnachten, vielleicht beim Anzünden der Adventskranzkerzen. Es passt hervorragend als festlicher Beitrag in Weihnachtsprogrammen von Kindergärten, Grundschulen oder Seniorenkreisen, da es leicht verständlich und voller bekannter Bilder ist.
Man kann es auch in selbstgestalteten Weihnachtskarten oder -briefen abdrucken, um die eigene Vorfreude mitzuteilen. Für gemütliche Vorleseabende, als Einstimmung auf das gemeinsame Backen oder Baumschmücken ist es ebenso ideal. Sein narrativer Charakter macht es zu einer kleinen literarischen Adventgeschichte, die Tag für Tag weitergelesen werden kann.
Für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?
Primär spricht das Gedicht durch seine einfache Sprache, den klaren Rhythmus und die anschaulichen Bilder Kinder im Vor- und Grundschulalter (etwa 3 bis 10 Jahre) an. Sie können den beschriebenen Ablauf leicht nachvollziehen und ihre eigene Vorfreude darin wiederfinden. Die wiederholten Reime und die einprägsamen Sätze machen es für sie besonders zugänglich und einprägsam.
Darüber hinaus besitzt es einen großen Charme für Erwachsene, die es vorlesen oder für sich selbst lesen. Bei ihnen weckt es Nostalgie und das Gefühl, Traditionen an die nächste Generation weiterzugeben. Auch in gemischten Generationengruppen funktioniert es ausgezeichnet, da es einen gemeinsamen emotionalen Nenner schafft.
Für wen eignet sich das Gedicht weniger?
Das Gedicht eignet sich weniger für Leser, die eine kritische, hinterfragende oder literarisch anspruchsvolle Auseinandersetzung mit dem Weihnachtsfest suchen. Wer nach komplexer Metaphorik, gesellschaftskritischen Untertönen oder einer Darstellung der stressigen, konflikthaften Seiten der Feiertage sucht, wird hier nicht fündig.
Ebenso könnte es für Menschen, die keine christlich geprägten oder traditionellen Weihnachtsbräuche feiern oder aus anderen kulturellen Kontexten kommen, weniger anschlussfähig sein. Sein sehr spezifisches, idealisiertes Bild der deutschen Familienweihnacht lässt wenig Raum für alternative Festmodelle oder moderne, reduzierte Feierformen. Es ist eindeutig ein Gedicht der ungebrochenen Festfreude und nicht der Reflexion über deren mögliche Schattenseiten.
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